Leistungsspektrum Klinik für Nephrologie

Bluthochdruck

Der Bluthochdruck ist eine das Leben bedrohende Volkskrankheit. An keiner anderen Erkrankung sterben so viele Menschen. Insbesondere Herzinfarkte, Schlaganfälle und Nierenversagen können häufig direkt auf einen erhöhten Blutdruck zurückzuführen werden. Diese Gefahr wird allerdings weitläufig unterschätzt und daher gute Therapiemöglichkeiten nicht immer genutzt. Jeder zweite 55-jährige ist von dieser Erkrankung betroffen und mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit sogar noch stetig zu. Aber welcher Blutdruck ist normal? Wenn der Arzt misst, fängt der Bluthochdruck bei 140 zu 90 an, aber bei der Selbstmessung zuhause gilt 135 zu 85 als Grenze.

Tückischerweise führt der unbehandelte Bluthochdruck bei den Betroffenen bis zum Eintreten von schweren Komplikationen meist zu keinerlei Symptomen.

Über die letzten Jahrzehnte ist das wissenschaftliche/medizinische Wissen um diese Erkrankung enorm gewachsen. Hierbei handelt es sich um eine Erfolgsgeschichte der Medizin, welche entscheidend zu der konstant wachsenden Lebenserwartung unserer Bevölkerung beiträgt. Aber nicht alle Patienten profitieren von diesem Wissenszuwachs, so ist z.B. nur jedem 2. Patienten seine Erkrankung überhaupt bekannt.

In unserem genetischen Bauplan liegt eine der wesentlichen Ursachen für die Entstehung des Bluthochdrucks. Andere sind insbesondere hoher Salzkonsum, Rauchen, Übergewicht, Alkoholmissbrauch und mangelnde Bewegung.

Zunehmend häufig kann man heute isolierte Ursachen, sogenannte sekundäre Hypertonieformen, für die Entstehung des Bluthochdrucks identifizieren. Durch die Möglichkeit einer gezielten Therapie sind diese sekundären Hypertonieformen von besonderer klinischer Bedeutung. Hierzu zählen insbesondere Hormon- und Schlafstörungen sowie eine Einschränkung der Nierendurchblutung durch Gefäßverkalkungen.

Den negativen Folgen eines Bluthochdrucks kann durch eine konsequente Blutdrucksenkung effektiv vorgebeugt werden. Doch wie ist dies zu erreichen? Der Blutdruck lässt sich auch ohne Medikamente senken und mit gesundem Lebensstil kann der Entstehung sogar vorbeugt werden. Man weiß um die Bedeutung von Sport und Bewegung, dem Körpergewicht, der Ernährung, dem Salz- und Alkoholkonsum sowie des Stresses im Alltag. Eine Blutdrucksenkung auf kleiner 140 zu 90 muss erreicht werden. Falls notwendig stehen hierzu hochwirksame Medikamente zur Verfügung, allerdings wird bestenfalls 1/3 der bekannten Bluthochdruckpatienten ausreichend therapiert. Dies ist häufig in der Sorge um Medikamentennebenwirkungen sowie der unzureichenden Suche nach der Ursache des Bluthochdruck begründet. In extremen Fällen von schwer einstellbarem Bluthochdruck wird in unserer Klinik das Verfahren der renalen Denervierung ( Verödung der Nierennerven ) angewandt.