Leistungsspektrum Klinik für Nephrologie

Nierenerkrankungen

Wenn die Nieren nicht mehr ausreichend funktionieren, sammeln sich schädliche Stoffwechselendprodukte im Körper an, der Körper wird letztendlich überschwemmt und vergiftet. Ein zunehmender Verlust der Nierenfunktion wird jedoch sehr lange gar nicht bemerkt, da Beschwerden häufig erst im Endstadium der Nierenerkrankung auftreten. Viele Betroffene sind der Meinung, dass die Nieren gesund sind solange sie normalen Urin ausscheiden. Hier liegt jedoch ein gefährlicher Trugschluss vor, denn üblicherweise zeigt der Urin keine Auffälligkeiten, nur in Ausnahmefällen schäumt der Urin oder ist blutig. Nur der Arzt kann durch veränderte Werte in Blut und Urin eine Nierenschädigung frühzeitiger erkennen.

Klinische Zeichen der zunehmenden Nierenerkrankung sind Blutdruckanstieg, Flüssigkeitseinlagerungen mit Ödemen, mangelnder Produktion von roten Blutkörperchen, Übelkeit, Hautjucken und allgemeine Abgeschlagenheit. Durch die begleitenden Elektrolytstörungen kann es zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen kommen.

Nierenversagen waren bis vor 40 Jahren eine zumeist schicksalhafte tödliche Krankheit. Bei Patienten mit fortgeschrittenem und dauerhaftem Nierenversagen kommt eine Nierenersatztherapie (Dialyse) oder eine Nierentransplantation in Frage. Bei der Nierenersatztherapie übernehmen die Hämodialyse (Blutwäsche) oder die Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse) die Aufgaben der ausgefallenen Nieren.

Ein akutes Nierenversagen kann u.a. durch schwere Infektionen, Einnahme Nieren-schädigender Medikamente wie bestimmten Schmerzmitteln, sowie direkten Erkrankungen der Nieren (z.B. Glomerulonephritis, interstistielle Nephritis, Pyelonephritis) ausgelöst werden. Der chronischen Nierenerkrankung liegt in den meisten Fällen eine Entzündung der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis) oder eine langjährige Zuckererkrankung bzw. ein Bluthochdruck zugrunde. Insbesondere die Zuckerkrankheit und die Volkskrankheit Bluthochdruck schädigen die Wände der feinen Nierengefäße, die letztendlich vernarben, so dass in der Folge das Nierengewebe untergeht. Als Faustregel gilt, dass die Nieren ab einer Restfunktion von weniger als 10% ersetzt werden müssen, ob mittels Dialyse oder Transplantation bleibt individuell zu entscheiden.

Leider werden Nierenerkrankungen häufig erst spät erkannt. Der Früherkennung kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Sollte eine chronische Nierenschädigung festgestellt werden, ist die Mitarbeit des Betroffenen von großer Bedeutung, um die Dialyse zu verhindern oder zumindest möglichst lange herauszuzögern. Das Einhalten diätetischen Maßnahmen, wie z.B. einer eiweiß- und salzarmen Ernährung, ist bedeutsam, um einer Verschlechterung der Nierenfunktion entgegen zu wirken. Ggf. müssen auch spezielle Elektrolyte (z.B. Kalium) eingeschränkt werden. Wichtig zu wissen ist, dass viele, auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente über die Niere ausgeschieden werden, weshalb deren Dosis reduziert werden muss. Deshalb sollte bei Selbstmedikation immer der Arzt um Rat gefragt werden.